Corona Newsletter

Corona trotzen II, 190

Corona trotzen II, 190 / Samstag, 22. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Einen weiten und langen Weg sind wir miteinander gegangen. Wer von Anfang an dabei war: 42 tägliche Newsletter zwischen dem 24. März und 4. Mai 2020, und dann 190 Newsletter seit dem 1. November 2020 bis heute (unterbrochen mit jeweils einer Woche Pause an Weihnachten und Ostern). Ihnen und Euch danke ich für alles Interesse, das Dabeisein, Mitlesen, Dabeibleiben, Rückmelden. Mir hat es jedenfalls außerordentlich viel Freude gemacht, unterschiedliche Impulse zu suchen, mich an Texte zu erinnern und dabei immer wieder an die konkreten Mitmenschen zu denken, an die diese Newsletter hinausgehen sollten. Manchmal sagte ich mir: in meinem ganzen Leben habe ich nicht in so kurzer Zeit so viel und so regelmäßig „gepredigt“. Ihr und Sie sind also schuld an meiner Freude. Danke!

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Corona trotzen II, 189

Corona trotzen II, 189 / Freitag, 21. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Eugen Gomringer, der 1925 in Bolivien geborene Schweizer Lyriker, nennt seine Art zu schreiben „konkrete Poesie“. Mit wenigen Wörtern, die immer neu verbunden werden, lädt er ein, eigene Erfahrungen mit diesen Begriffen bei sich wachrufen zu lassen. So hatte er zum Beispiel bereits 1954 das Gedicht „ciudad (avenidas)“ geschrieben:

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Corona trotzen II, 188

Corona trotzen II, 188 / Donnerstag, 20. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Breviario laico, 20 maggio – Io sono Ciro / Ich bin Kyros Für den heutigen Gedanken greift Kardinal Ravasi zurück auf eine persönliche Erfahrung vor etlichen Jahrzehnten auf der persischen Hochebene in der Nähe des Ortes Pasargadae vor dem mächtigen Grabmal des persischen Königs Kyros II. (580 – 530 v.Chr.). Es ist jener Herrscher, der nach der Eroberung Babylons die Juden, die seit der Zerstörung Jerusalems unter Nebukadnezar dort in der Verbannung lebten, wieder in ihre Heimat zurückkehren ließ. Er wird deshalb im Alten Testament sogar als „Erwählter des Herrn“ bezeichnet. Den berühmtesten Text dazu bietet das 45. Kapitel im Buch Jesaja. An ihn erinnert sich der Kardinal, als er langsam die großen Stufen hinaufschreitet:

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Corona trotzen II, 187

Corona trotzen II, 187 / Mittwoch, 19. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Er hat ein Leben lang gegen den Tod angedacht und angeschrieben, sich deshalb selber als „Todfeind“ bezeichnet: Elias Canetti. 1905 in Bulgarien geboren, in Wien, Zürich und Frankfurt/Main aufgewachsen, als Jude mit seiner Frau nach London emigriert, wo er auch die britische Staatsangehörigkeit annahm, und die letzten drei Jahrzehnte erneut in Zürich lebend, wo er auch 1994 starb. 1981 hatte er den Literatur-Nobelpreis erhalten.

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Corona trotzen II, 186

Corona trotzen II, 186 / Dienstag, 18. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Isabella Guanzani, 1973 in Cremona geboren, ist eine katholische Theologin, die zugleich Soziologie und Psychoanalyse in ihre theologischen Reflexionen miteinbezieht. Seit 2019 wirkt sie als Theologieprofessorin in Linz. Von ihr stammt das Buch „Zärtlichkeit – Eine Philosophie der sanften Macht“ (Info wieder mal dankenswerterweise von Carl Wilhelm Macke). Daraus ein paar interessante Sätze, vielleicht sogar zu einer Selbstreflexion:

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Corona trotzen II, 185

Corona trotzen II, 185 / Montag, 17. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Breviario laico, 17 maggio, Immagine di Dio / Ebenbild Gottes Die Natur hat Elemente der Vollkommenheit, um aufzuzeigen, dass sie Ebenbild Gottes ist. Sie hat aber auch Fehler und Unvollkommenheiten, um aufzuzeigen, dass sie eben nur Gottes Bild ist, nicht er selbst. (Blaise Pascal)

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Corona trotzen II, 184

Corona trotzen II, 184 / Siebter Ostersonntag, 16. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! „Ich kann das Absolute nicht beschreiben. Und trotzdem. Trotzdem bemühe ich mich immer wieder, einen Ausdruck dafür zu finden… Ich bemühe mich um das Finden von neuen Bildern, Symbolen… Aber da bleibt trotzdem eine Unzulänglichkeit. Unter dieser Unzulänglichkeit, über Gott reden zu können, leide ich.“ So hat es 1982 bei einem berühmten Radiogespräch Silja Walter formuliert, als sie mit ihrem agnostischen, der Religion entfremdeten Bruder Otto F. Walter, dem Chef des Walter-Verlags in Olten/Schweiz, über ihre ganz unterschiedlichen Lebenslinien, über die Familie und die Religion sprachen. Sie hatten sich 20 Jahre nicht mehr gesehen; denn Silja Walter, 1919 geboren, war 1948 in das kontemplative Benediktinerinnenkloster Fahr bei Zürich eingetreten, in dem sie, die dann Sr. Maria Hedwig hieß, 62 Jahre lang bis zu ihrem Tod 2011 blieb.

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Corona trotzen II, 183

Corona trotzen II, 183 / Samstag, 15. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Neulich brachte mir meine Schwester eine Postkarte mit einem Cartoon, den ich einfach herrlich fand, weil er die Situation unserer Zeitgenossen präzise auf den Punkt bringt. Ich sende ihn einfach kommentarlos zu und denke mir nur einen Titel dazu, der am meisten zu passen scheint: „Nachfrage beim Samstagseinkauf“.

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Corona trotzen II, 182

Corona trotzen II, 182 / Freitag, 14. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! In „Corona trotzen 3“ kam schon einmal Rose Ausländer (1901 – 1988) zur Sprache, mit einem Gedicht über Jerusalem. Aus den späten Jahren 1980 bis 1982, als sie nach einem Oberschenkelhalsbruch kaum mehr aus ihrer Düsseldorfer Wohnung kam, stammt das Gedicht „Mai II“. Ein Text der Hoffnung, abgerungen einem Leben voller Abgründe.

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Corona trotzen II, 181

Corona trotzen II, 181 / Hochfest Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 13. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Wenn am heutigen Christi-Himmelfahrtstag in der Kirche gregorianischer Choral gesungen würde, erklänge jener Eingangsvers, auf den ich mich das ganze Jahr freue, weil er für mich die schönste, intensivste und zugleich einfachste Melodie über einen biblischen Text bietet. Wer will, kann ja mal versuchen, die wenigen Zeilen zu singen und so die Botschaft der Engel mit dem Hinaufblicken der Apostel in den Himmel wie dem Wiederkommen Christi auf die Erde musikalisch umzusetzen:

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