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Corona trotzen 33

Liebe Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde!

Der praktische Hinweis gleich zu Beginn. Der Gottesdienst zum Dritten Ostersonntag wird auch wieder gestreamt, allerdings feiern wir ihn als Vorabendmesse. Also bereits heute am Samstag, und zwar um 19.00 Uhr über den gewohnten Link (Homepage der Pfarrei Heilig Kreuz Straßberg). Ein Liedblatt gibt es diesmal nicht; halten Sie also bitte ein „Gotteslob“ bereit. Jemand hat sogar geschrieben: das ist noch besser als ein Liedblatt; da fühle ich mich noch mehr wie beim normalen Gottesdienst in der Kirche…

Um das Thema des Samstags kommen wir leider/Gottseidank nicht herum, weder bei den Fragenbögen von Max Frisch, noch im Leben: „Tod“. Sinnigerweise bei Max Frisch der letzte und XI. Fragebogen. Für ein Motivbild brauchte ich diesmal nicht lange zu überlegen. Ferdinand Hodler (1853 – 1918) ist wohl jener Maler, der sich mit am häufigsten und am intensivsten dem Thema gestellt hat. In München zum Beispiel (offiziell in der Neuen Pinakothek, nur ist die zur Zeit geschlossen), hängt das großformatige Bild „Die Lebensmüden“.

Und die Stationen der Krebserkrankung seiner Geliebten Valentine Godé-Darel (1873–1915) hat er bis zu deren Tod immer wieder künstlerisch festgehalten:

Jetzt aber zu Max Frisch und seinen Fragen an uns, die Leserinnen und Leser.

„1. Haben Sie Angst vor dem Tod und seit welchem Lebensjahr?
2. Was tun Sie dagegen?
3. Haben Sie keine Angst vor dem Tod, aber Angst vor dem Sterben?
4. Möchten Sie unsterblich sein?
8. Möchten Sie wissen, wie Sterben ist?
11. Wenn Sie gerade keine Angst haben vor dem Sterben: weil Ihnen dieses Leben gerade lästig ist, oder weil Sie gerade den Augenblick genießen?
12. Was stört Sie an Begräbnissen?
14. Haben Sie Freunde unter den Toten?
16. Haben Sie schon Tote geküsst?
18. Möchten Sie lieber mit Bewusstsein sterben oder überrascht werden von einem fallenden Ziegel, von einem Herzschlag, von einer Explosion usw.?
19. Wissen Sie, wo Sie begraben sein möchten?
22. Wenn Sie an ein Reich der Toten glauben: beruhigt Sie die Vorstellung, dass wir uns alle wiedersehen auf Ewigkeit, oder haben Sie deshalb Angst vor dem Tod?
23. Können sie sich ein leichtes Sterben vorstellen?
24. Wenn Sie jemanden lieben: warum möchten Sie nicht der überlebende Teil sein, sondern das Leid dem anderen überlassen?
25. Wieso weinen Sterbende nie?“

Nach soviel Todesgedanken zum Schluss doch eines der wunderschönen Landschaftsbilder von Ferdinand Hodler, die mich stets von neuem erfreuen und erheben:

dazu die „Tanzende Spanierin“:

Und die Ölstudie „Tanzendes Weib“ (sorry, so lautet der Titel) von 1909:

Gott segne Sie, und bis morgen,
Ihr
Florian Schuller

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