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Corona trotzen II, 167

Corona trotzen II, 167 /Donnerstag, 29. April 2021.

Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde!

Heute kommt wieder eine Dichterin zu Wort, die österreichische Lyriker Christine Busta, am 23. April 1915 in Wien geboren und dort am 3. Dezember 1987 gestorben. Sie hat zurückgezogen gelebt, in eher traditionsverhafteten Formen geschrieben und war bekennende katholische Christin – alles Indizien, die dazu führen, dass sie immer noch unterschätzt wird. Doch ihr lyrisches Werk, in elf Bänden vom Salzburger Otto Müller Verlag herausgebracht, verdient genaueres Hinsehen. Heute ein Text aus den letzten Lebensjahren, den man durchaus als österlich bezeichnen kann.

Christine Busta, Nicht nur mir selber gesagt

Wenn du Vögel und Bäume liebst,
musst du dir darüber klar sein,
dass du ihnen gleichgültig bist.
Sie brauchen dich nicht,
du brauchst sie.

Deine Liebe erwidern kann nur der Mensch.
Aber acht es auch nicht für gering,
wenn er sie nur zu dulden vermag
und ihr Entfaltung gewährt.
Alle Liebe, di du gibst und empfängst,
ist der Vergebung bedürftig,
weil du sie anderen schuldig bleibst.

Eines Tages wirst du vielleicht
die große Gleichgültigkeit Gottes
als unendliche Toleranz verstehen
und dich ihr anvertraun.

Ich weiß keinen anderen Trost.

Gott segne Sie. Und bis morgen,
Ihr
Florian Schuller

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