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Corona trotzen II, 186

Corona trotzen II, 186 / Dienstag, 18. Mai 2021.

Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde!

Isabella Guanzani, 1973 in Cremona geboren, ist eine katholische Theologin, die zugleich Soziologie und Psychoanalyse in ihre theologischen Reflexionen miteinbezieht. Seit 2019 wirkt sie als Theologieprofessorin in Linz. Von ihr stammt das Buch „Zärtlichkeit – Eine Philosophie der sanften Macht“ (Info wieder mal dankenswerterweise von Carl Wilhelm Macke). Daraus ein paar interessante Sätze, vielleicht sogar zu einer Selbstreflexion:

„Auf der Sprache der Zärtlichkeit lastet eine schwere Hypothek. Ihre Stärke und Lebendigkeit wurde zur Sentimentalität verwässert. Zärtlichkeit läuft heute Gefahr, mit Verweichlichung der Seele verwässert zu werden.

Die Zärtlichkeit mit ihren Spielarten der kämpferischen Sanftmut, die betrügerischen und anmaßendem Verhalten trotzen, Zynikern und Gefühllosen, Moralverächtern und Schadenfrohen die Stirn bieten – diese Art von Zärtlichkeit und Tugend ist passé.

Die Sorge ums Gemeinwohl hat bessere Zeiten erlebt. Zärtlichkeit ist zu einem Nahrungsergänzungsmittel des Privatlebens geworden, zu einem Wohlfühlbad in der Freizeit. Schon der Klang des Wortes lässt automatisch eine Vorstellung entstehen ‚wie von gewässerter Milch – etwas Weißbläulichem, Labbrigen‘ vor einem verschwommenen, pastellfarbenen Hintergrund. Es gibt ein Marketing der Zärtlichkeit. Gibt es andererseits eine Philosophie der Zärtlichkeit? Eine Politik der Zärtlichkeit, ja sogar eine Theologie der Zärtlichkeit?“

Gott segne Sie. Und bis morgen,
Ihr
Florian Schuller

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