Corona Newsletter

Corona trotzen II, 190

Corona trotzen II, 190 / Samstag, 22. Mai 2021.

Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde!

Einen weiten und langen Weg sind wir miteinander gegangen. Wer von Anfang an dabei war: 42 tägliche Newsletter zwischen dem 24. März und 4. Mai 2020, und dann 190 Newsletter seit dem 1. November 2020 bis heute (unterbrochen mit jeweils einer Woche Pause an Weihnachten und Ostern). Ihnen und Euch danke ich für alles Interesse, das Dabeisein, Mitlesen, Dabeibleiben, Rückmelden. Mir hat es jedenfalls außerordentlich viel Freude gemacht, unterschiedliche Impulse zu suchen, mich an Texte zu erinnern und dabei immer wieder an die konkreten Mitmenschen zu denken, an die diese Newsletter hinausgehen sollten. Manchmal sagte ich mir: in meinem ganzen Leben habe ich nicht in so kurzer Zeit so viel und so regelmäßig „gepredigt“. Ihr und Sie sind also schuld an meiner Freude. Danke!

Vielen Dank vor allem auch an jene, ohne diese Newsletter so nicht hätten erscheinen können:

  • Elias Miorin, der mit tollem Fachwissen dafür gesorgt hat, dass die IT-Basis nicht nur bereit stand, sondern stetig verbessert wurde, und der mit nie ermüdendem, bleibend freundlichem Engagement die alltäglichen kleinen und größeren Schritte zur Aussendung mitverantwortet hat.
  • Herr Hans Fischer, der mit seinen Fotos unserer Straßberger Pfarrkirche vor allem in der ersten „Corona trotzen“-Reihe wesentlich deren Inhalt (auf Anregung von Herrn Ottmar Vellinger) mitgeprägt hatte (und ohne den ich wahrscheinlich nie den Mut gehabt hätte, mit „Corona trotzen“ zu beginnen).
  • Herr Carl Wilhelm Macke aus München, für dessen literarische Impulse ich sehr dankbar war und bin, und der beispielhaft urkatholische Prägung mit politisch-gesellschaftlichem Einsatz verbindet, was sich immer wieder im Newsletter niedergeschlagen hat.
  • Herr Christoph Brech, der Münchner Foto- und Videokünstler, der wie immer wieder mal selbstlos seine Profi-Arbeiten zur Verfügung stellte und auch diesen letzten Newsletter prägt, diesmal mit Frühlingsfotografien des blühenden Gartens.
  • Und natürlich die vielen anderen, die Impulse, Ideen, Rückmeldungen, Vorschläge gebracht haben.

Grüßen soll heute der Straßberger Kirchturm. Und wenn Sie unsere Straßberger Glocken hören, bzw. wenn Ihr und Sie „draußen“, im Nicht-Straßberger Gebiet Ihre/Eure Glocken hört, frühmorgens oder mittags oder abends und zu Gottesdiensten, dann denkt, dass Glocken uns verbinden und dem Leben Struktur geben. Der französische Historiker Alain Corbin (geboren 1936), der auch schon in einem Newsletter vorkam, hat es so ausgedrückt:

„Die ländlichen Glockengeläute des 19. Jahrhunderts, heute ein Klang aus einer anderen Zeit, wurden gehört und nach einem Affektsystem bewertet, das es heute nicht mehr gibt. Sie zeugten von einer anderen Beziehung zur Welt und zum Heiligen, von einer anderen Art des Menschen, sich in Zeit und Raum einzufügen. Das Glockenläuten war die Sprache eines Kommunikationssystems, das nach und nach zerfallen ist. Es regelte nah einem heute vergessenen Rhythmus die Beziehungen zwischen den Menschen sowie zwischen den Lebenden und den Toten. Die Entzauberung der Welt, die Desakralisierung des Lebens und der Umwelt haben das Hören der Glocke in Mißkredit gebracht“.

Vertrauen wir dem Läuten der Glocken! Und denken dabei aneinander. Ich freue mich jedenfalls sehr auf viele künftige Treffen, dann ganz klassisch von Angesicht zu Angesicht, gemeinsam irgendwo sitzend oder irgendwohin fahrend, ganz ohne (geistigen) Abstand, und wenn mit selbigem, dann für anregende Gespräche. Wir bleiben einander verbunden!

Für die kommende Zeit soll gelten, was ganz bewusst jeden Tag den Brief unserer gegenseitigen Verbundenheit abgeschlossen hat:

Gott segne Sie,
Ihr
Florian Schuller

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