Corona Newsletter

Corona trotzen II, 170

Corona trotzen II, 170 / Sonntag, 2. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Für den 2. Mai geht Kardinal Ravasi sowohl vom alttestamentlichen Buch des Propheten Jesaja aus (Jes 5, 20: „Lüge heißt, das Gute schlecht und das Schlechte gut heißen“), wie vom italienischen Dichter Carlo Goldoni (1707 – 1793), der meinte, Lügen seien von Natur aus so fruchtbar, dass eine einzige Hunderte produzieren könne, und zitiert deshalb eine Weisheit der Sioux-Indianer, die ihm in einem Jahreskalender aufgefallen ist:

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Corona trotzen II, 169

Corona trotzen II, 169 / Samstag, 1. Mai 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Den unfassbar belesenen und gebildeten Kardinal Gianfranco Ravasi, Chef des Päpstlichen Kulturrats, habe ich Ihnen und Euch schon mal mit „Corona trotzen II, 53“ vom 23. Dezember 2020 vorgestellt. Dieser Kardinal hat 2006 auch ein „Breviario Laico“, ein „Laienbrevier“ veröffentlicht mit 366 Gedanken für jeden Tag des Jahres. Er bringt dafür jeweils zunächst ein Zitat und dann seine kurzen Überlegungen dazu. Jetzt im Mai will ich immer wieder das entsprechende Tageszitat bringen (natürlich manchmal mit ungenauer Rückübersetzung aus dem Italienischen), manchmal mit, manchmal ohne die weiterführenden Gedanken des Kardinals.

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Corona trotzen II, 168

Corona trotzen II, 168 / Freitag, 30. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Was kommt nach dem heutigen Abend? Die Tradition sagt: die Walburgisnacht. Also die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, in der die höllischen Mächte unterwegs sind. Das hat mich an einen Artikel von Hans Conrad Zander erinnert, des schweizerischen Ex-Dominikaners, Stern-Journalisten und Sachbuchautors, dessen scharf-klare Texte ich sehr schätze.

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Corona trotzen II, 167

Corona trotzen II, 167 /Donnerstag, 29. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Heute kommt wieder eine Dichterin zu Wort, die österreichische Lyriker Christine Busta, am 23. April 1915 in Wien geboren und dort am 3. Dezember 1987 gestorben. Sie hat zurückgezogen gelebt, in eher traditionsverhafteten Formen geschrieben und war bekennende katholische Christin – alles Indizien, die dazu führen, dass sie immer noch unterschätzt wird. Doch ihr lyrisches Werk, in elf Bänden vom Salzburger Otto Müller Verlag herausgebracht, verdient genaueres Hinsehen. Heute ein Text aus den letzten Lebensjahren, den man durchaus als österlich bezeichnen kann.

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Corona trotzen II, 166

Corona trotzen II, 166 / Mittwoch, 28. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Nach Kaiser Marc Aurel und Petrus Canisius heute nochmals Antonio Gramsci. Also in einer Woche drei der heutzutage berüchtigten „Alten Weißen Männer“. Ich hoffe, Sie halten/Ihr haltet es aus. Von Gramsci will ich Gedanken bringen, die mir bei der Durchsicht seiner Texte noch aufgefallen sind, und die es mir wert schienen, weitergegeben zu werden – in unsere heutige Situation hinein.

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Corona trotzen II, 165

Corona trotzen II, 165 / Dienstag, 27. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Vom 8. Mai 1521 stammt das berühmte Wormser Edikt, mit dem Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Worms die Reichsacht über Martin Luther verhängte und dessen Schriften verbot. An dieses Ereignis vor 500 Jahren wird in den kommenden Tagen öffentlich und intensiv Seiten gedacht werden. Auch wenn Martin Luther dort nie die berühmten Worte sprach „Hier stehe ich und kann nicht anders“, so gilt es doch als einer der entscheidenden Schritte hinein in die Spaltung der Kirche des Westens. So hat man sich jedenfalls die Szene vorgestellt:

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Corona trotzen II, 164

Corona trotzen II, 164 / Montag, 26. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Heute genau vor 1.900 Jahren, also am 26. April 121, wurde in Rom einer geboren, dessen Gedanken und Reflexionen zeitlos gültig geblieben sind: Marcus Aurelius Antoninus. Mit 40 Jahren wurde er Römischer Kaiser in der Nachfolge großer Vorgänger: Traian (53 – 117), Hadrian (76 – 138) und Antoninus Pius (86 – 161). Es waren die Jahrzehnte der größten Ausdehnung des Römischen Reiches, aber auch bereits schwerer Abwehrkämpfe. Diesem Kaiser Marc Aurel war schon vor einem Jahr ein Newsletter gewidmet; wer nachschauen möchte und die Texte archiviert hat: Corona trotzen 37 vom 28. April 2020. Aber das heutige Jubiläum ist schon etwas Besonderes. Deshalb soll er heute an seinem Geburtstag nochmals aus der Erinnerung geholt werden.

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Corona trotzen II, 163

Corona trotzen II, 163 / Vierter Ostersonntag, 25. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freude! Wohl die meisten von Ihnen, von Euch werden sich an jene Kirche erinnern, in der sie als Kinder die Sonntagsgottesdienste mehr oder weniger freiwillig erlebt haben. So geht es auch dem Münchner Journalisten Carl Wilhelm Macke, der immer wieder mit seinen Impulsen auch diesen Newsletter bereichert (so jüngst mit dem Hinweis auf Antonio Gramsci). Geboren 1950, kümmert er sich mit riesigem Engagement im Verein „Journalisten helfen Journalisten“ um Berufskollegen weltweit, die wegen ihrer Arbeit unterdrückt oder verfolgt werden. Hier sieht man ihn im Innenhof des Castello von Ferrara, seinem zweiten heiß geliebten Wohnsitz neben München:

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Corona trotzen II, 162

Corona trotzen II, 162 / Samstag, 24. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Antonio Gramsci war am Dienstag mit einem sehr persönlichen Wunsch zu Wort gekommen. Dass er in den frühen Zwanziger Jahren einer der damals idealistischen, aber zugleich klassischen Kommunisten war, zeigt schon seine Erfahrung in Wien, wo er mit der dortigen sozialdemokratisch geprägten Politik und der Stadt insgesamt nichts anzufangen wusste, ganz im Gegensatz zu Moskau. So schrieb er an seine Frau Julia Schucht:

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Corona trotzen II, 161

Corona trotzen II, 161 / Freitag, 23. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Strassberger, liebe Freundinnen und Freunde! Nachdem schon vorgestern ein Heiliger drankam, Anselm von Canterbury, ist nun mit dem heutigen liturgischen Gedenktag bereits ein zweiter fällig, allerdings einer der bekanntesten, der heilige Georg. Bekannt sein dürfte der Kern der Legende: Einem Drachen muss jeden Tag ein Kind der Stadt Silene in Lybien geopfert werden, sonst wird die Stadt vom Untier zerstört. Gerade als die Königstochter daran ist, geopfert zu werden, kommt „von ungefähr dahergeritten“ der Ritter Georg und besiegt den Drachen. Den führt dann die Königstochter an ihren Gürtel gebunden in die Stadt. Die heidnischen Bewohner fliehen aber aus Angst vor dem Drachen. Erst als sie versprechen, sich taufen zu lassen, erschlägt Georg den Drachen endgültig.

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