Corona Newsletter

Corona trotzen II, 163

Corona trotzen II, 163 / Vierter Ostersonntag, 25. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freude! Wohl die meisten von Ihnen, von Euch werden sich an jene Kirche erinnern, in der sie als Kinder die Sonntagsgottesdienste mehr oder weniger freiwillig erlebt haben. So geht es auch dem Münchner Journalisten Carl Wilhelm Macke, der immer wieder mit seinen Impulsen auch diesen Newsletter bereichert (so jüngst mit dem Hinweis auf Antonio Gramsci). Geboren 1950, kümmert er sich mit riesigem Engagement im Verein „Journalisten helfen Journalisten“ um Berufskollegen weltweit, die wegen ihrer Arbeit unterdrückt oder verfolgt werden. Hier sieht man ihn im Innenhof des Castello von Ferrara, seinem zweiten heiß geliebten Wohnsitz neben München:

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Corona trotzen II, 162

Corona trotzen II, 162 / Samstag, 24. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Antonio Gramsci war am Dienstag mit einem sehr persönlichen Wunsch zu Wort gekommen. Dass er in den frühen Zwanziger Jahren einer der damals idealistischen, aber zugleich klassischen Kommunisten war, zeigt schon seine Erfahrung in Wien, wo er mit der dortigen sozialdemokratisch geprägten Politik und der Stadt insgesamt nichts anzufangen wusste, ganz im Gegensatz zu Moskau. So schrieb er an seine Frau Julia Schucht:

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Corona trotzen II, 161

Corona trotzen II, 161 / Freitag, 23. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Strassberger, liebe Freundinnen und Freunde! Nachdem schon vorgestern ein Heiliger drankam, Anselm von Canterbury, ist nun mit dem heutigen liturgischen Gedenktag bereits ein zweiter fällig, allerdings einer der bekanntesten, der heilige Georg. Bekannt sein dürfte der Kern der Legende: Einem Drachen muss jeden Tag ein Kind der Stadt Silene in Lybien geopfert werden, sonst wird die Stadt vom Untier zerstört. Gerade als die Königstochter daran ist, geopfert zu werden, kommt „von ungefähr dahergeritten“ der Ritter Georg und besiegt den Drachen. Den führt dann die Königstochter an ihren Gürtel gebunden in die Stadt. Die heidnischen Bewohner fliehen aber aus Angst vor dem Drachen. Erst als sie versprechen, sich taufen zu lassen, erschlägt Georg den Drachen endgültig.

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Corona trotzen II, 160

Corona trotzen II, 160 / Donnerstag, 22. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Zur Abwechslung wieder ein Frühlingsgedicht, diesmal von Mascha Kaléko (1907 – 1975), die uns schon einmal mit ihrer geistigen Nüchternheit erfreut hat (in: Corona trotzen II, 57 zum 3. Januar 2021). Passt doch wunderbar zur allgemeinen Stimmung: „Ist der Zug der Zeit auch am Entgleisen – / Und wie einst, in diesem Frühjahr auch / Geht mein wintermüdes Herz auf Reisen“.

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Corona trotzen II, 159

Corona trotzen II, 159 / Mittwoch, 21. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Heute ist der liturgische Gedenktag eines besonderen Heiligen: des heiligen Anselm von Canterbury. 1033 im italienischen Aostatal geboren, wird er Mönch und Abt der Abtei Bec in der Normandie und schließlich von 1093 bis zu seinem Tod am 21. April 1109 Erzbischof von Canterbury und damit englischer Primas.

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Corona trotzen II, 158

Corona trotzen II, 158 / Dienstag, 20. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Nach dem „rechten“ Nicolás Gómez Dávila aus Kolumbien heute als Hilfe zur seelischen Ausgeglichenheit ein berühmter „Linker“: der Italiener Antonio Gramsci. Er wurde 1891 auf Sardinien geboren, gehörte zu den Gründern der Kommunistischen Partei Italiens und war von 1924 bis 1927 Generalsekretär, also deren Vorsitzender. Unter Mussolini wurde er 1926 verhaftet und erst kurze Zeit vor seinem Tod freigelassen. Mit 46 Jahren starb er am 27. April 1937. In 32 „Gefängnisheften“ hat er sowohl philosophisch-soziologische Gedanken wie existentiell-persönliche Erfahrungen niedergelegt.

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Corona trotzen II, 157

Corona trotzen II, 157 / Montag, 19. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Wie es mit dem Lockdown weitergehen wird, scheint ziemlich unklar zu sein. Also bleiben wir zumindest konsequent. Deshalb heute fünf weitere Kernsätze, bzw. Aphorismen des kolumbianischen Denkers Nicolás Gómez Dávila (aus dessen Buch „Auf verlorenem Posten“, 2006). Vielleicht gibt es einen Gedanken, der sich für sie lohnt, weiter dran zu bleiben:

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Corona trotzen II, 156

Corona trotzen II, 156 / Dritter Ostersonntag, 18. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Am heutigen Dritten Ostersonntag wird in der katholischen Liturgie jener  Evangeliumsabschnitt vorgelesen, dass der Auferstandene, um sich den Jüngern begreiflich zu machen, mit ihnen zusammen einen Fisch isst (Lk 24, 35-48). Das hat mich daran erinnert, dass ich genau vor einem Jahr, am 18. April 2020, im Newsletter „Corona trotzen 26“ ein Glasfenster des Künstlers Erich Schickling vorgestellt habe, der diese Szene aufgreift. Keine Sorge – mir fällt noch genügend Neues ein; aber die alte Lebensweisheit stimmt immer noch: „repetitio est mater studiorum“ / „Wiederholen ist die Urmutter allen Lernens“, und Erich Schicklings Werke haben ja damals viele Adressaten des Newsletters ziemlich beeindruckt. Deshalb, weil sie so wunderbar passen, heute nochmals Bilder und Texte von damals. Es handelt sich um das 13 m hohe Westfenster der Regensburger Kirche St. Konrad.

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Corona trotzen II, 156

Corona trotzen II, 156 / Dritter Ostersonntag, 18. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Am heutigen Dritten Ostersonntag wird in der katholischen Liturgie jener  Evangeliumsabschnitt vorgelesen, dass der Auferstandene, um sich den Jüngern begreiflich zu machen, mit ihnen zusammen einen Fisch isst (Lk 24, 35-48). Das hat mich daran erinnert, dass ich genau vor einem Jahr, am 18. April 2020, im Newsletter „Corona trotzen 26“ ein Glasfenster des Künstlers Erich Schickling vorgestellt habe, der diese Szene aufgreift. Keine Sorge – mir fällt noch genügend Neues ein; aber die alte Lebensweisheit stimmt immer noch: „repetitio est mater studiorum“ / „Wiederholen ist die Urmutter allen Lernens“, und Erich Schicklings Werke haben ja damals viele Adressaten des Newsletters ziemlich beeindruckt. Deshalb, weil sie so wunderbar passen, heute nochmals Bilder und Texte von damals. Es handelt sich um das 13 m hohe Westfenster der Regensburger Kirche St. Konrad.

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Corona trotzen II, 155

Corona trotzen II, 155 / Samstag, 17. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Zur Abwechslung von philosophischen Aphorismen mal ein Frühlingsgedicht, wieder von Erich Kästner (wie gewohnt mit der Zeichnung von Celestino Piatti), um in der Reihe seiner „13 Monate“ fortzufahren (der „13. Monat“ behandelt übrigens die Illusion, mehr Zeit zur Verfügung zu haben…). Es ist sicher nicht das qualitätsvollste  Gedicht Kästners, aber für mich insofern interessant, weil es deutlich macht, wie dessen „religiöse Unmusikalität“ (um den Begriff von Jürgen Habermas aufzugreifen) auch zu völliger dichterischer Unmusikalität führen kann; denn um Ostern, dieses christliche Kernfest, kommt er eben im April nicht herum. Aber da „eiert“ er ganz schön, im wahren Sinn des Wortes…

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