Corona Newsletter

Corona trotzen II, 160

Corona trotzen II, 160 / Donnerstag, 22. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Zur Abwechslung wieder ein Frühlingsgedicht, diesmal von Mascha Kaléko (1907 – 1975), die uns schon einmal mit ihrer geistigen Nüchternheit erfreut hat (in: Corona trotzen II, 57 zum 3. Januar 2021). Passt doch wunderbar zur allgemeinen Stimmung: „Ist der Zug der Zeit auch am Entgleisen – / Und wie einst, in diesem Frühjahr auch / Geht mein wintermüdes Herz auf Reisen“.

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Corona trotzen II, 159

Corona trotzen II, 159 / Mittwoch, 21. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Heute ist der liturgische Gedenktag eines besonderen Heiligen: des heiligen Anselm von Canterbury. 1033 im italienischen Aostatal geboren, wird er Mönch und Abt der Abtei Bec in der Normandie und schließlich von 1093 bis zu seinem Tod am 21. April 1109 Erzbischof von Canterbury und damit englischer Primas.

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Corona trotzen II, 158

Corona trotzen II, 158 / Dienstag, 20. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Nach dem „rechten“ Nicolás Gómez Dávila aus Kolumbien heute als Hilfe zur seelischen Ausgeglichenheit ein berühmter „Linker“: der Italiener Antonio Gramsci. Er wurde 1891 auf Sardinien geboren, gehörte zu den Gründern der Kommunistischen Partei Italiens und war von 1924 bis 1927 Generalsekretär, also deren Vorsitzender. Unter Mussolini wurde er 1926 verhaftet und erst kurze Zeit vor seinem Tod freigelassen. Mit 46 Jahren starb er am 27. April 1937. In 32 „Gefängnisheften“ hat er sowohl philosophisch-soziologische Gedanken wie existentiell-persönliche Erfahrungen niedergelegt.

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Corona trotzen II, 157

Corona trotzen II, 157 / Montag, 19. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Wie es mit dem Lockdown weitergehen wird, scheint ziemlich unklar zu sein. Also bleiben wir zumindest konsequent. Deshalb heute fünf weitere Kernsätze, bzw. Aphorismen des kolumbianischen Denkers Nicolás Gómez Dávila (aus dessen Buch „Auf verlorenem Posten“, 2006). Vielleicht gibt es einen Gedanken, der sich für sie lohnt, weiter dran zu bleiben:

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Corona trotzen II, 156

Corona trotzen II, 156 / Dritter Ostersonntag, 18. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Am heutigen Dritten Ostersonntag wird in der katholischen Liturgie jener  Evangeliumsabschnitt vorgelesen, dass der Auferstandene, um sich den Jüngern begreiflich zu machen, mit ihnen zusammen einen Fisch isst (Lk 24, 35-48). Das hat mich daran erinnert, dass ich genau vor einem Jahr, am 18. April 2020, im Newsletter „Corona trotzen 26“ ein Glasfenster des Künstlers Erich Schickling vorgestellt habe, der diese Szene aufgreift. Keine Sorge – mir fällt noch genügend Neues ein; aber die alte Lebensweisheit stimmt immer noch: „repetitio est mater studiorum“ / „Wiederholen ist die Urmutter allen Lernens“, und Erich Schicklings Werke haben ja damals viele Adressaten des Newsletters ziemlich beeindruckt. Deshalb, weil sie so wunderbar passen, heute nochmals Bilder und Texte von damals. Es handelt sich um das 13 m hohe Westfenster der Regensburger Kirche St. Konrad.

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Corona trotzen II, 156

Corona trotzen II, 156 / Dritter Ostersonntag, 18. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Am heutigen Dritten Ostersonntag wird in der katholischen Liturgie jener  Evangeliumsabschnitt vorgelesen, dass der Auferstandene, um sich den Jüngern begreiflich zu machen, mit ihnen zusammen einen Fisch isst (Lk 24, 35-48). Das hat mich daran erinnert, dass ich genau vor einem Jahr, am 18. April 2020, im Newsletter „Corona trotzen 26“ ein Glasfenster des Künstlers Erich Schickling vorgestellt habe, der diese Szene aufgreift. Keine Sorge – mir fällt noch genügend Neues ein; aber die alte Lebensweisheit stimmt immer noch: „repetitio est mater studiorum“ / „Wiederholen ist die Urmutter allen Lernens“, und Erich Schicklings Werke haben ja damals viele Adressaten des Newsletters ziemlich beeindruckt. Deshalb, weil sie so wunderbar passen, heute nochmals Bilder und Texte von damals. Es handelt sich um das 13 m hohe Westfenster der Regensburger Kirche St. Konrad.

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Corona trotzen II, 155

Corona trotzen II, 155 / Samstag, 17. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Zur Abwechslung von philosophischen Aphorismen mal ein Frühlingsgedicht, wieder von Erich Kästner (wie gewohnt mit der Zeichnung von Celestino Piatti), um in der Reihe seiner „13 Monate“ fortzufahren (der „13. Monat“ behandelt übrigens die Illusion, mehr Zeit zur Verfügung zu haben…). Es ist sicher nicht das qualitätsvollste  Gedicht Kästners, aber für mich insofern interessant, weil es deutlich macht, wie dessen „religiöse Unmusikalität“ (um den Begriff von Jürgen Habermas aufzugreifen) auch zu völliger dichterischer Unmusikalität führen kann; denn um Ostern, dieses christliche Kernfest, kommt er eben im April nicht herum. Aber da „eiert“ er ganz schön, im wahren Sinn des Wortes…

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Corona trotzen II, 153

Corona trotzen II, 153 / Donnerstag, 15. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Im heutigen und einigen weiteren Newslettern will ich Ihnen und Euch Gedanken eines Philosophen zum Selber-Weiterdenken anbieten, der nur in Aphorismen, also kurzen, zugespitzten Sätzen formuliert und veröffentlicht hat. Es handelt sich um Nicolás Gómez Dávila. Am 17. Mai 1913 in Bogota geboren und dort auch am 17. Mai 1994 gestorben, hat er die meiste Zeit in Kolumbien gelebt, studierte an keiner öffentlichen Universität und führte die Geschäfte seines Vaters fort, eines Bankers und vermögenden Grundbesitzers. Er war also das, was man einen Privatgelehrten nennt, geprägt durch den vorkonziliaren Katholizismus und klassisch-humanistische Bildung (die er als Jugendlicher in Paris genoss). In seinen Aphorismen stilisiert er sich bewusst als „Reaktionär“: „Was der Reaktionär sagt, interessiert nie jemanden. Weder wenn er es sagt, denn da erscheint es absurd; noch nach einigen Jahren, denn da erscheint es offenkundig.“ (S. 23) Man sollte sich aber von diesem Kampfbegriff nicht abhalten lassen, seinen Sätzen intensiv nachzusinnen. Sie verdienen es. Die heutigen Zitate stammen aus seinem Buch „Auf verlorenem Posten“ von 1992.

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Corona trotzen II, 152

Corona trotzen II, 152 / Mittwoch, 14. April 2021. Sehr verehrte Straßbergerinnen und Straßberger, liebe Freundinnen und Freunde! Bisher tut der Monat April sehr viel, um sein berühmt-berüchtigtes wetterwendiges Image aufzupolieren. Zwischen Schneegestöber und wunderschönen sonnigen Tagen ist alles geboten. Dazu passt gut ein Gedicht von Georg Britting (1891 – 1964): Georg Britting, Der wilde April Weh, der Narr, der wilde April! Aufs neue Regen, Schnee und wirbelndes Eis und Windstoß Bringt er. Veilchenäugig dazwischen leuchtet Himmlische Bläue. Einen Tag lang tut er wie Sommer. Kinder Singen, und am Waldrand die Steine glänzen Goldhell. Aber schmächtigen Glauben höhnend Krächzt er schnell: Winter ! Unbeständig spielt der Gesell und seine Laune. Warte ! Sei wie ein Kind nicht ! Bald sind Mai und Juni. Wochenlang glühn dann Wälder, Wiesen und Steine. Gott segne Sie. Und bis morgen, Ihr Florian Schuller

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